Intellekt sucht Intellekt (Körper egal)

von Urs Ruben Kersten

erschienen in Kommunikaze 37, viertes Quartal 2010

Kürzlich begab es sich, dass ich Fernsehen guckte, eine Sendung mit regionalen Inhalten auf einem der dritten Programme. Dies allein beeindruckt wenig, das gebe ich zu. Ziemlich beeindruckend hingegen war der Schwachsinnsgehalt einer der Aussagen, die im Laufe der Sendung eine der Interviewten von sich gab. „Hohoho!“, erschallt es jetzt von Seiten der Leserschaft. „Schwachsinn im Fernsehen, das ist wirklich bemerkenswert!“ Und wenn nun die rüpelhafte Leserschaft vor mir stünde, wessen würde ich da vermutlich ansichtig werden? Richtig, eines sog. süffisanten Lächelns. Nun möchte ich der Leserschaft eine Empfehlung aussprechen, enthalte sie sich jeden Kommentars sowie jeglicher Süffisanz und tue sie, was ihre Aufgabe ist. Lesen.

Schöner Wohnen

von Tobias Nehren

erschienen in Kommunikaze 36: Briefe

Manchmal rufe ich bei Menschen aus meinem näheren Umfeld an, weil ich die spontane Neigung verspüre, mich mit ihnen zu treffen, um sich auszutauschen, zu diskutieren, mich mit ihnen zu unterhalten und oder einfach ein wenig Zeit miteinander zu verbringen. Mit einigen dieser Menschen pflege ich intensive, schwermütig horizonterweiternde, bereichernde Beziehungen und mit anderen treffe ich mich einfach mal so auf ein Bier oder um ins Lichtspielhaus zu gehen.

In Spargel twittern

von Finn Kirchner

erschienen in Kommunikaze 36: Briefe

Ein Plattenbau zieht vorbei. Nichts unterscheidet ihn von denen in Berlin und nichts von denen in Warschau. Noch einer. Wieder kein Unterschied. Dann keiner mehr. Und das ist der Unterschied.


Spülen und vergessen

von Urs Ruben Kersten

erschienen in Kommunikaze 36: Briefe

„Your make-believe reality is full of shit. “
Entombed, ’Out of Hand

Jetzt also dreißig. Zwar hatte er sich vorgenommen, das alles möglichst unaufgeregt über sich ergehen zu lassen, aber diese Feier hatte er dann natürlich doch gegeben. Das gehörte zu seinem Plan, der ganzen Hysterie Paroli zu bieten. Er feierte jedes Jahr, warum also ausgerechnet in diesem nicht? Ein Freund von ihm war damals nach Norwegen geflohen und von einem Fjord ins Meer und damit in den nassen Tod gestürzt.

Liebe

von Tobias Nehren

erschienen in Kommunikaze 35: Männer

Wenn Wörter eine Gewerkschaft hätten,
dann müssten alle Wörter schon längst gestreikt haben.
Sie müssten sich solidarisch erklären mit ihrem Kollegen Liebe.

Durch Burn-Out ausgelutscht liegt es in der Ecke und kann nicht mehr.

Nieder mit dem Eskapismus!

von Judith Kantner

erschienen in Kommunikaze 33, 2. Quartal 2009

Jeder flieht auf seine Weise. Das musste ich zumindest feststellen. Ich ging eines kalten, fiesen, regnerischen Wintertages durch die Straßen. Früh morgens, denn ich hatte eine Mission. Mich beschäftigte die Frage: Wer flüchtet wie aus dieser Welt, an einem Tag, an dem die Sonne nicht scheinen wird?

Die Auslöschung der Menschheit und allen Lebens auf der Erde

von Urs Ruben Kersten

erschienen in Kommunikaze 33, 2. Quartal 2009

Wo fängt der Spaß an, wo hört der Ernst auf? Kann man Ironie ironisieren? Und wer könnte so etwas überhaupt wollen? Und warum? „Sind ökonomisch oder ethnisch motivierte Eroberungskriege eher als ‚positive Raumbewegungen von Geschäftsleuten’ zu bewerten oder als ‚negatives Umherschweifen von Vagabunden’“ (Ludger Pries)? Dies sind Fragen, die mit Sicherheit nicht jeden von uns tagtäglich beschäftigen, eines jedoch ist ihnen gemeinsam: Sie drängen. Fangen wir also von vorne an.

Die Dinge müssen ja am Laufen bleiben

von Tobias Nehren

erschienen in Kommunikaze 33, 2. Quartal 2009

Was wäre, wenn alles vorbei wäre? Für ihn, jetzt? Wenn er morgen keinen Morgen erleben würde? Die Sonne für ihn nicht mehr aufgehen und nie wieder in sein Gesicht scheinen würde, wenn für ihn alles ein Ende hätte: rasselnde Wecker und brennende Sohlen, schmerzende Wirbel und gereizte Augen?